Gästebuch
Obwohl ich joern in den letzten Jahren aus den Augen verloren habe, schmerzt mich sein Tod. Ich kann es nicht glauben. Denn joern hatte etwas Unsterbliches an sich.
2009 muss das gewesen sein: Ohne ihn zu kennen, lud ich ihn – eine gemeinsame Freundin hatte den Kontakt hergestellt - nach Zermatt in die Schweizer Alpen ein. Er suchte jemanden für die Texte seines Ausstellungskatalogs. Ich hatte damals genug von meinem Job im Matterhorn-Disneyland. joern, sein missionarischer Eifer um sein Kunstprojekt und die Art, wie er den Alpen-Trip aufgesogen hat, waren fantastisch. Wir trafen uns in den kommenden Jahren immer wieder: Zermatt, Zürich, Berlin, Hamburg.
Wenn ich über joern nachdenke, dann lerne ich viel über das Geben und Nehmen. In joerns Energiefeld zu treten, war der Wahnsinn. Aber ich konnte auch gefährlich sein: 2011 überredete ich ihn, den dann doch schon Ü50, Allround-Volonteer am Zermatt Unplugged zu werden. Das war auf eine Art unter seiner Würde. Ich wusste aber genug über joern, um mir vorstellen zu können, was daraus entstehen könnte.
Am 11. April 2011 entstieg dem Zug am Zermatter Bahnhof der Allrounder joern moeller - in einem grauen Seidenanzug, einen Rollkoffer hinter sich herziehend. Er musste auf der Bahnhofstrasse bereits das erste Autogramm geben, weil man ihn für einen Rockstar hielt – vermutlich den jung gebliebenen Roger Hodgsen (mit dem joern später auch ins Gespräch kam).
Diese Woche mit joern war unglaublich. Nach sieben Tagen Festival-Schufterei, Spezialeinsätzen und persönlichen Dramen ergattert er ein Bergbahnticket auf den Gornergrat und rotzt auf 3100 Höhenmeter in ein paar Stunden ein ganzes Buch hin: «Der Allrounder – 8 days a week».
joern moeller, Supertramp: Ich bin dankbar, dass ich ein wenig in dein Leben verstrickt war.















